Kubanische Zigarren
Kubanische Zigarren
Sehr geehrter Besucher und Freund kubanischer Zigarren. Auf den nun folgenden Seiten finden Sie eine Menge interessante Informationen rund um die kubanische Zigarre, deren Herkunft und vieles Weitere.
Anbaugebiete und Verarbeitung kubanischen Tabaks
Fakt ist definitiv: in keinem anderen Land der Erde wird nirgendwo sonst derart guter Tabak angebaut und gewonnen. Dennoch sind trotz dieses Umstandes nur wenige Regionen auf dem sonnigen Inselstaat geeignet, um den Tabakpflanzen ideale Bedingungen bieten zu können. Der Tabak für die Habanos, also den kubanischen Zigarren, darf nur aus explizit ausgewiesenen und anerkannten Regionen Kubas stammen.
Der Charakter, Geschmack und Qualität des Tabaks und damit der Zigarre selbst hängt zwingend von der Lage und der Qualität des Bodens und dessen Mikroklima abhängig. Die Anbaugebiete sind daher streng auf wenige Regionen Kubas limitiert.
Echte Habanos dürfen daher nur aus Ernten der Güteklasse Vegas Finas de Primera stammen (Pflanzen höchster Qualität). Zu dem bekanntesten und besten Anbaugebiet dieser Güteklasse gehört zweifelsohne Vuelta Abajo Anbaugebiet, ca. 200 km südwestlich der Hauptstadt Havanna. Weltweit gilt die Region Vuelta Abajo als bestes Anbaugebiet für Tabak. Viele der besten Zigarrenmarken beziehen hier ihren Tabak her. Ein weiteres Merkmal dieser Region ist, dass sie der einzige Ort ist, an dem sämtliche Tabak- und Deckblättern zugleich angebaut werden können. Aufgrund der hohen Qualitätsanforderungen schaffen es dennoch nur ca. ein Viertel aller Pflanzen in die höchste Güteklasse Vegas Finas de Primera. Umliegende Ortschaften der Region Vuelta Abajo sind die Kleinstädte San Juan de Martinez und San Luis.
Doch natürlich gibt es neben Vuelta Abajo noch weitere bedeutende Tabakanbaugebiete auf Kuba. Das Großgebiet Vuelta Arriba zum Beispiel. Dieses Großgebiet, welches sich im Grunde aus zwei regional differenzierten Gebieten zusammensetzt, besteht aus den Subgebieten Oriente und Remedios. Letzteres ist von beiden das größere und von allen Anbaugebiete zudem das älteste. Remedios liegt in etwa 350 km südöstlich von Havanna entfernt. Boden und Klima der Region gelten als außergewöhnlich, dennoch erfordern sie keinerlei abweichenden Anbaumethoden im Vergleich zu anderen Anbaugebieten auf Kuba. Das andere, kleinere Teilgebiet Oriente befindet sich im Osten Kubas und ist über 800 km von Havanna entfernt. Oriente ist auch das Gebiet auf dem Christopher Kolumbus seinen ersten Kontakt mit Tabak bei seiner geschichtsträchtigen Landung 1492 machte. Leider hat diese Teilregion kaum noch wirtschaftliche Bedeutung, ähnlich anderen Gebieten wie Partido und Semi Vuelta.
Der allgemeine Aufbau und Herstellung einer kubanischen Zigarre
Für eine traditionell kubanische Zigarre, genannt Habano, werden für gewöhnlich fünf unterschiedliche Sorten Tabakblätter verwendet. Jede Sorte dient dabei einem eigenen Zweck, z.b. als Deckblatt oder Umblatt.
Drei dieser fünf Tabakblattsorten sorgen für den charakteristischen Geschmack einer kubanischen Zigarre. Den inneren Teil, der für den Geschmack und das Aroma sowie dessen Schwere (mild, mittelschwer, schwer) sorgt, nennt man Einlage. Der unterste Teil einer Tabakpflanze, Volado (spanisch für “flüchtig”) genannt, brennt relativ schnell ab und hat nur einen geringen Geschmacksanteil und bildet den äußeren Teil der Einlage. Der mittlere Teil einer Tabakpflanze, der Seco (spanisch für “trocken”), ist die Quelle des charakteristischen Aromas einer jeden Zigarre und brennt langsamer ab, als der Volado. Den letzten Teil der Einlage bildet das oberste Abteil einer Tabakpflanze, der Ligero (spanisch für “leicht”), und sorgt für den Geschmackshöhepunkt und ist besonders geschmacksintensiv und stark aromatisch. Dieser Teil des Tabaks brennt am langsamsten ab.
Das Umblatt wird schließlich aus der vierten Tabakblattsorte angefertigt. Das daraus entstandene Umblatt umwickelt die Einlage und gibt ihr Form und Stabilität. Das Umblatt trägt zusätzlich zum finalen Geschmack einer Habano bei und ist somit ein weiterer Qualitätspunkt während der Produktion einer kubanischen Zigarre un vollendet deren Geschmack erst.
Die fünfte Sorte einer Zigarre bildet letztlich das Deckblatt, den Teil den man schließlich am Ende tatsächlich äußerlich in den Händen hält. Nur erlesene und vor allem elastische Tabakblätter werden als Deckblätter verwendet. Das Deckblatt wird in feinster Handarbeit um die Struktur des Umblattes gewickelt und bildet damit dann die äußere Oberfläche einer Habano. Zum Geschmack trägt das Deckblatt nur einen verschwindend geringen Teil bei, sorgt jedoch für eine optisch ansprechende Präsenz und ist ebenso entscheidend für die Qualität einer echten kubanischen Zigarre.
In handwerklicher Feinarbeit werden, wie vor 200 Jahren, die exzellenten kubanischen Zigarren mit großer Sorgfalt hergestellt. Man teilt die kubanischen Zigarren in zwei große Gruppen ein. Zum einen die Longfiller (Tripa corta) und zum anderen die Shortfiller (Tripa larga). Der Unterschied beider Gruppen besteht im wesentlich in der Art und Weise der Tabakfüllung. Während in den Shortfiller Zigarren der Tabak in zerstückelter Form eingefügt wird, kommen bei den Longfiller ganze Tabakblätter als Füllung zum Einsatz. Im übrigen gelten die Longfiller daher als edler, als die Shortfiller.
Jede auf Kuba angebaute Tabaksorte unterscheidet sich von anderen Sorten, allein auf Kuba selbst, oft sehr stark. Selbst bei der kubanischen Tabakmarke Vegas Finas de Primera sind in der gleichen Tabaksorte je nach Lage unterschiedliche feine Nuancen im Tabakgeschmack zu verzeichnen. Des weiteren beziehen alle Tabakfabriken nur Tabak aus vereinbarten und kontrollierten Regionen. Ein Maß für die hohe Qualitätssicherung kubanischer Zigarren.
Nach dem Ernten des saisonalen Tabaks entscheidet sich die jeweilige Tabakfabrik während einer Produktionsplanung für die derzeitigen Formate und Marken von Zigarren. Anschließend erstellt ein Mischmeister (Maestro Ligador) die Zusammenstellung aller benötigten Tabaksorten, die für die aktuelle Herstellung benötigt werden. Die weitere Arbeit des Mischmeisters besteht darin, das Mischverhältnis der Tabaksorten für je eine Zigarre festzulegen. Schließlich werden in der Mischungsabteilung die Tabakmischungen erstellt und den Zigarrenmachern letztlich übergeben. Das Einbringen des Tabaks in das Deckblatt erfolgt in der Regel erst 3 Jahre nachdem das erste Tabakblatt geerntet wurde.
Die Gründe für den guten Ruf kubanischer Zigarren
Die Kubanischen Habanos gelten als die besten Zigarren auf der Welt und sind überaus gefragt. Doch worin liegt dieser außerordentliche Ruf und die scheinbare Qualität begründet? Der wohl gewichtigste Grund liegt in er außergewöhnlich hohen Qualität und Besonderheit des kubanischen Tabaks und dessen Geschmacks.
Dies mag durchaus auch der Hauptgrund sein, weswegen ebenfalls andere lateinamerikanische Länder Samen kubanischen Tabaks für ihren eigene Aufzucht verwenden, um schließlich selbst erstklassige Zigarren herstellen zu können. Die zweite wichtige Komponente für die herausragende Qualität kubanischer Zigarren liegt in der Jahrhunderte langen Tradition und Erfahrung, die die Kubaner gemacht haben begründet. Kuba ist in dieser Hinsicht das Land mit der längsten Erfahrungsgeschichte was Tabak angeht. Die grundlegende Zigarrenherstellung per Hand hat sich in über zwei Jahrhunderten nicht wesentlich mehr verändert.
Darüber hinaus sind eine Vielzahl kubanischer Zigarrenmarken stets bemüht fortlaufend Neuheiten auf den internationalen Markt zu bringen.
Die teuerste Zigarre der Welt – Eine kubanische Zigarre aus Kuba
Im Jahr 2006 brachte die bekannte kubanische Zigarrenmarke Cohiba die bis dato wahrscheinlichst teuerste Zigarre der Welt auf den Markt. Die als “Cohiba Behike” betitelte Zigarre kommt in streng limierter Auflage auf den Markt und symbolisiert als Jubiläumsangebot das 40 jährige Bestehen der Marke. In exklusiven Holzkisten mit einer Stückzahl von 40 Stück eingefasst, wird diese exklusive kubanische Zigarre zu einem Kistenpreis von stolzen 15.000 € angeboten, wobei man auf einen Einzelstückpreis von 375 € je Zigarre kommt.
Die Auflage dieser Premium Zigarre wurde auf nur 100 Kisten limitiert. Die Zigarren wurden mit Tabak bester Qualität befüllt und von einer einzigen Person abgefertigt.
Eine noch teuerere, wenn auch gleich etwas übertriebene Zigarre stellt eine mit Diamenten besetzt Zigarre dar, ebenfalls kubanischer Herkunt, die für einen Stückpreis von 4.500 € angeboten werden. Ausgestellt wurde diese auf einer Millionärsmesse in den Niederlanden. Fragwürdig ist, bis auf die Optik, die Stellung der Diamanten, denn während des Rauchens landen diese nämlich natürlich einfach auf dem Boden oder im Aschenbecher. Des weiteren stellt sich außerdem die Frage, ob diese Zigarre je in die Serienproduktion gehen wird.
Einige bekannte Marken kubanischer Zigarren
Zu den bekanntesten Marken kubanischer Zigarren gehören definitiv die Cohiba Zigarren und die Montechristo Zigarren. Letztere ist nach dem Protagonist des gleichnamigen Bestsellers von Alexandre Dumas père benannt und bietet ausschließlich Premium Longfiller an. Sie gehört zu den teuersten und populärsten Zigarrenmarken überhaupt. Ähnlich populär sind die Marken Partagas und die Romeo y Julieta Zigarren. Besonders letztere Marke besticht durch ein überaus vielfältiges Angebot verschiedenster Zigarren und Tabaksorten. Sehr beliebt sind des weiteren noch Zigarren der Marke H. Upmann und die Hoyo de Monterrey Zigarren, die weitere wichtige Exportmarken darstellen.
Etwas weniger populär sind dagegen die Zigarren der Marke Quintero und Bolivar. Quintero Zigarren führen nur wenige Formate auf dem internationalen Markt, sind jedoch dafür bekannt besonders einsteigerfreundlich zu sein, da sie ein ausgezeichnettes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Bolivar Zigarren bieten ein mittelgroßes Sortiment an mit qualitativ guten Zigarren.
Die Marken Vegas Robaina und Trinidad stellen ausschließlich hochwertige Zigarren für den etwas dickeren Geldbeutel an. Ein Format der Trinidad Zigarren kann oftmals im Stückpreis weit über 30 € liegen. Beide Marken produzieren vorwiegend im Hochpreissegment.
Die drei Marken Fonseca, J.L. Piedra sowie Guantanamera stehen für vorwiegend mittelmäßig bis gute Zigarren im unteren bis sehr günstigen Preissektor und sind daher sehr für Einsteiger zu empfehlen. Die Guantanamera Marke bietet von allen drei Marken die günstigsten Zigarren an, da die Zigarren vorwiegend maschinell gewickelt werden. Die Zigarren der Marke J.L. Piedra sind ebenfalls äußerst preiswer und kosten das Stück lediglich 1,70 €, bieten aber nur mittelmäßig bis durchschnittliche Qualität. Das beste Verhältnis aus Preis und relativer Qualität bieten jedoch die Zigarren der Marke Fonseca. Eine Besonderheit dieser Marke ist, dass alle Formate an Zigarren in Seidenpapier gehüllt angeboten werden. Die Fonseca Marke bietet zwar nur eine kleine Auswahl an Zigarren an, jedoch sind diese gut in der Qualität, aber dennoch kostengünstig. Fonseca gelten, aufgrund des kleinen Sortiments nach wie vor leider als Nischenmarke, sollten jedoch in Zukunft durch ihr exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis ein größeres Publikum begeistern können, als dies bisher der Fall ist.
Übersicht wichtiger kubanischer Zigarrenformate
Bei weit über 30 unterschiedlichen kubanischen Zigarrenmarken können über 240 verschiedene Zigarrenformate differenziert werden. Die Formate sind ausschlaggebend für die Form, Dicke und Länge einer Zigarre. Das längste Format kann bis zu ca. 23 cm betragen, wohingegen die kürzeste Zigarre nicht selten bei lediglich 10 cm liegt.
Zu beachten gilt, dass die Form einer Zigarre zusätzlich maßgeblich zum Geschmackscharakter einer solchen beiträgt. Die Dicke gibt die Intensität des Geschmacks und des Aromas einer Zigarre relativ an. Während also dickere Zigarren langsamer abbrennen und ein stärkeres Rauchvolumen abgeben, sind dünnere Zigarren wesentlich geschmacksintensiver und nicht selten auch schwerer oder schärfer im Aroma. Häufig wird daher das Mischungsverhältnis in Relation zum Zigarrenformat geändert, so haben besonders dünne Zigarren einen geringeren Anteil der geschmacksintensiven Ligero Blätter. Die relative Größe einer Zigarre bestimmt schließlich noch die Geschmacksentfaltung.
Es gibt, wie bereits angedeutet eine ungeheure Vielzahl an Formaten kubanischer Zigarren. Im folgenden werden daher nur die bekanntesten in einer kleinen Übersicht kurz dargestellt.
Zu einer der bekanntesten Formate zählt sicherlich die Corona, mit ihren Unterformaten Petit Corona und Doble Corona. Die Standard Corona hat eine Länge vovn 14,2 cm und einen Durchmesser von 16,67 mm. Die Petit Corona, übrigens das gebräuchlichste Format der Habanos, weist eine etwas geringere Länge von 12,9 cm auf, ist jedoch im Durchmesser gleich der Standard Corona. Die Doble Corona ist ein überaus großes Zigarrenformat. Mit einer Länge von fast 20 cm (19,4 cm) und einem Durchmesser von 19,45 mm garantiert sie ein sehr langes Rauchvergnügen von teilweise über eine Stunde.
Das Londsdale Format ist wieder eher eine durchschnittliche Größe mit einer Länge von 16,5 cm und einem Durchmesser von wieder 16,67 mm. Seinen Namen verdankt das Format übrigens dem britischen Earl of Londsdale.
Mit kleinen bis sehr kleinen Formaten haben wir es mit der Robusto und der Panatela zu tun. Die Robusto weist eine Länge von nur 12,4 cm auf, ist jedoch mit 19,64 mm im Durchmesser relativ breit. Die Panatela ist ein äußerst kleines Format. Mit einer Länge von gerade 11,5 cm und einem Durchmesser von knapp 10 mm (genau 10,32 mm) ist diese Zigarre zügig aufgeraucht. Aufgrund der geringeren Größe lassen sich diese Formate daher recht schnell rauchen (für die Panatela benötigt man oftmals nicht mehr als 15 Minuten), unter vollem Geschmackserlebenis natürlich.
Weitere wichtige und bekannte Formate sind die Churchill und die Torpedo Zigarrenformate. Die Churchill verdankt ihren Namen dem wichtigen britischen Außenminister Winston Churchill, der eben jenes Format kubanischer Zigarren absolut favorisierte. Die Churchill Zigarren sind mit einer Länge von 17,8 cm relativ lang und haben eine Durchmesser von 18,65 mm. Die Torpedo wiederum ist mit einer Länge von 15,56 cm etwas kürzer ist jedoch mit einem Durchmesser von 20,64 mm außergewöhnlich dick und bietet ein relativ langes Rauchvergnügen.